So geht's

Ich, Marke:So bleibst du Mensch im Me-Branding

Self Branding, Personal Branding, Me-Branding, was’n jetzt? Eine klare Definition, was Self Branding ist und was nicht, was es darf oder nicht, was es kann und nicht kann, die gibt’s nicht. Nicht mal einen eindeutigen Namen gibt’s.

Me-Branding, Personal Branding und eben Self Branding meinen das Gleiche: Alles, was dich als Marke in den Mittelpunkt stellt. Deine Personenmarke, Ich-Marke, Self Brand, Selbstmarke, you name it.

Bei mir heißt’s Self Branding, weil es so schön mit S anfängt. Vor allem aber, weil es um yourself und your self geht. Deine Markenidentität. Und deine innere Superkraft für deinen starken Markenauftritt. Worauf es bei Personenmarken ankommt? Liest du hier. Außerdem erfährst du, welche Gefahren für Self Brands im Netz und da draußen lauern, wie du diesen Herausforderungen begegnest und wie du bei all dem Me-Branding noch Mensch bleibst – ohne zu viel Tamtam, Tüdelü und Ta-dah. Übrigens: Wenn von Self Marketing oder Selbstmarketing die Rede ist, geht’s genau genommen um was anderes. Die Unterschiede zwischen Branding und Marketing erfährst du hier.

Me, myself and I – Gefahren beim Self Branding

Die starke Konzentration auf dich selbst birgt Risiken: Zu viel Ich-Bezug tut nicht gut. Du darfst gern zum Self Branding Superhero werden – mit Bäm-Faktor im Markenauftritt. Für deine Kund*innen bleibst du aber besser die starke Schulter, der Guide, die Unterstützung im Hintergrund. Die Bühne gehört deine Kund*innen; sie sind die Held*innen, die du mit deinem Produkt, deiner Dienstleistung zum Erfolg führst.

Und auch der Roboter-Style ist nix. Bei allem Branding bist und bleibst du Mensch, denkst und reagierst als solcher. Schreib so, sprich so, hör anderen zu und antworte, mach Fehler und steh dazu. Nimm dich selbst nicht so ernst und nicht zu wichtig. Menschen vertrauen Menschen, und sie kaufen von Menschen. Nicht von Maschinen, und nicht von unnahbaren Marken.

Privat vs. persönlich

0%

privat: Was du nicht teilen willst, teilst du nicht. That’s it.

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persönlich: Zeig dich ruhig mal non-businesslike.

⸻ Unterschied

Es gibt einen Unterschied zwischen persönlich und privat, und es ist wichtig, dass du den verstehst. Viele Solo-Selbstständige haben Angst, zu viel von sich zeigen zu müssen. „Aber Sandra, ich will kein Selfie von mir beim Sport posten, ich krieg immer so nen roten Kopf.“ Die Lösung ist ganz einfach: Dann lass es. Lass es vor allem dann, wenn dein Thema als Solopreneur*in das Schrebergärtnern für Anfänger*innen ist. Denn dann hat deine rote Rübe recht wenig damit zu tun.

Biste Fitness-Coach, sieht’s schon ein bisschen anders aus, aber: deine eigene Marke, deine Entscheidung. Schau einfach, ob du was anderes findest, das dich deinem Tribe ein bisschen näher bringt. Oder ob du doch den Mut aufbringst, erst recht dein umperfektes Bild zu zeigen – und deinen Kund*innen so die Hemmungen nimmst. Du willst deine Familie außen vor lassen? Na klar. Wenn du aber morgens neunmal Snooze drückst und nicht aus dem Bett kommst, dann ist das ein nettes Detail, das dich auf Social Media menschlicher macht.

Kurz gesagt

Die Power der Personenmarke

Warum ist Self Branding für Solo-Selbstständige so wichtig? Weil ihr beide, du und dein Produkt bzw. deine Dienstleistung, als eine Marke wahrgenommen werdet. Hier wird kein Unterschied gemacht zwischen „Wer ist das?“ und „Was wird angeboten?“. Ist nicht wie bei x-beliebiger Nullachtfuffzehn-Bodylotion, in industrieller Massenproduktion hergestellter lila Schokolade oder koffeinhaltigem Kaltgetränk, von denen wir oft gar nicht (mehr) wissen, wer überhaupt dahintersteckt. Power to the People: Im Personal Branding, der Name verrät’s, geht die Markenkraft von dir als Person und deiner Persönlichkeit aus. Deshalb achten deine Kund*innen sehr darauf, was deine Persönlichkeit prägt, welche Werte du verkörperst und ob diese auch zu ihnen passen.

Prominente Personenmarken

Was du dir bei Lady Gaga, Seth & Co. abgucken kannst

Diese Promis sind Profis im Personal Branding. Sie pflegen ihre Personenmarken akribisch, und auch, wenn Superstars oder Marketingberühmtheiten ein Riesenteam um sich haben, um an ihrer Marke zu feilen: Du kannst einiges von ihnen abgucken.

Eine Digital Woman, ach was, die Digital (& more) Woman, die in letzter Zeit immer mehr von sich reden macht. Gut so! Sie kommt aus Karlsruhe, das bringt ihr allein schon Bonuspunkte bei mir. Was aber viel schwerer wiegt und dich vielleicht mehr interessiert: ihr Buch „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“ über Personal Branding. Dabei ist Tijen Onaran nicht nur Autorin, sondern auch noch Kolumnistin, Speakerin, Moderatorin, Podcasterin und Unternehmerin. Wow! Eine Frau, die genau weiß, wofür sie steht, wovon sie spricht und was sie bewegen will. Aber auch sie hat das erst mit der Zeit gelernt.

Diversität und Digitalisierung sind ihre Themen, sie hat die Global Digital Women gegründet und zählt laut Manager Magazin zu den Top 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft, laut Capital zu den Top 40 unter 40 Talenten der Wirtschaft. Geschafft hat sie das, weil sie sich auf ihre Personenmarke einlässt. Sie kennt die Tücken, aber auch die Chancen, die Self Branding bietet, und über beides schreibt sie in ihrem Buch. Wie sie von der noch etwas themenvermischten Politikerin zu der geworden ist, die heute die digitalen und analogen Bühnen rockt, immer mehr Klarheit gefunden und sich immer bewusster positioniert hat.

Storytelling und Branding sind der Schlüssel, um Menschen im Gedächtnis zu bleiben. Diese beiden Grundelemente ermöglichen es dir, dir den Erfolg zu holen, den du verdienst.

— Tijen Onaran in „Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“

Worum genau geht’s im Buch? Kurz zusammengefasst: Wie du herausfindest, wofür du stehst, wie du eine persönliche Marke aufbaust, die zu dir passt und warum dabei Natürlichkeit wichtiger ist als Perfektion. Sie blickt auf die Wirkung von Personal Branding und den Dalai Lama, sie fordert ihre Leser*innen mit einem Selbsttest heraus und führt sie „Von ‚Wer bin ich?‘ zu ‚Wie erzähle ich es?‘“. Auch über Vorbilder spricht sie, und für mich ist sie eins.

„Hey, it’s Seth“: So beginnt er all seine Videos. Er ist (m)ein Marketing-Guru, und das ist durchaus positiv gemeint. Entrepreneur, 20-facher Bestseller-Autor (uff), Speaker, daily Blogger (alle meine Hüte dafür). Seine Themen sind effektives Marketing, Leadership, gute Ideen und „changing everything“, was mir am besten gefällt. Nach der Lektüre seines neuesten Buchs „The Practice“ fühlte ich mich, als wäre er zwei Wochen still in der Ecke meines Büros gesessen, hätte mir beim Arbeiten und Prokrastinieren zugesehen, sehr oft mit dem Kopf geschüttelt und dann dieses kleine schlaue blaue Buch geschrieben. Hilfe. Aber er hat ja recht … Funktionieren tut’s eben nur, wenn du deine Ideen auch umsetzt, deine Arbeit nicht nur für dich selbst machst, und vor allem: ÜBERHAUPT ENDLICH MAL MACHST und nicht nur drüber redest.

If you're ready to make a difference with your ideas and your craft, what are you waiting for?

— Seth Godin in „The Practice – Shipping Creative Work“

Typisch für den Mann mit der Glatze und der gelben Brille (LOVE) sind eben genau diese beiden Merkmale, und dazu seine kurzen Sätze und mantraartigen Wiederholungen dessen, was er schon vor Jahren gesagt hat. Weil es eben wahr ist und wahr bleibt und viele, mich inklusive, das mit dem Machen immer noch nicht auf die Reihe kriegen. Er spricht wie er schreibt, schreibt, wie er spricht und ist einer der ganz Großen in der Welt der Kommunikation. Auch seine Workshops sind so aufgebaut: prägnant, auf den Punkt, zackig, zielführend, hinterntretend, motivierend. Sein Blog gehört zu den bekanntesten und beliebtesten der Welt.

2013 wurde er in die Digital Marketing Hall of Fame aufgenommen, 2018 dann auch in die Marketing Hall of Fame. Ob er ist, was und wie er ist, weil er so gut im Self Branding ist, oder ob er das Personal Branding so gut beherrscht, weil er so erfolgreich mit seiner Arbeit ist? Wer weiß. Für mich geht beides Hand in Hand.

2008 gelang ihr der internationale Durchbruch, heute zählt Lady Gaga alias Stefani Germanotta mit 150 Millionen verkauften Tonträgern zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen. Auch Schauspielerin ist sie, bekam den Oscar für den besten Filmsong in „A Star Is Born“ und wurde als Beste Hauptdarstellerin nominiert.

Farbe, so sagte sie 2019 in einem Interview zur Einführung ihrer eigenen Beauty-Linie, sei ihr besonders wichtig. Sie habe ihr bei der Transformation zu Beginn ihrer Karriere geholfen. Sprich: Mit Farbe hat Lady Gaga ihre Stimme gefunden, im ebenso wahren wie übertragenen Sinn.

Ihr Name ist von Queens „Radio Gaga“ abgeleitet, angeblich ein Vertipper in einer Textnachricht ihres Produzenten, der Radio zu Lady machte – the Star was born. Und die Self Brand. Denn Lady Gaga versteht es wie keine zweite, auf den ersten Blick Oberflächlichem einen tieferen Sinn zu geben. Das berühmte Fleischkleid zum Beispiel trug sie zu den MTV Video Music Awards 2010 als Zeichen dafür, Menschen nicht auf ihr Äußeres zu reduzieren. Anfang 2021 sang sie die Nationalhymne bei der Amtseinführung von Joe Biden – mit goldener Friedenstaube auf der Brust. „A dove carrying an olive branch. May we all make peace with each other.“ twitterte sie dazu und wünschte sich einen Tag der Akzeptanz, nicht der Angst.

What are the ways that we can unlearn this speed, unlearn this need of faster, number one, competition all the time, sit back and look at the complex problems around us and come together in love?

— Lady Gaga zu Dr. Bernice A. King in einem Interview über „The Power of Unlearning“, Juni 2021 (über Werte, individuelle und kulturelle Transformation)

Wer also denkt, Lady Gaga wirke nicht natürlich und aufgesetzt: Nope. Im Gegenteil. Sie nutzt ihre Stimme und ihre Liebe zu schrillen Outfits – ihre Markenzeichen –, um die ihr so wichtigen Botschaften für Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen, Vielfalt und Gleichberechtigung wirkungsvoll zu verbreiten. Eine echte und echt starke Personenmarke. (Dass sie übrigens ein tätowiertes Einhorn auf dem linken Oberschenkel trägt: Liebe.)

Steven Paul Jobs, besser bekannt als Steve Jobs, fehlt der kreativen Welt seit 2011. Mitgründer und langjähriger CEO von Apple, dazu eine der wohl bekanntesten und visionärsten Persönlichkeiten im Umfeld von Technologie, Computer & Co. Einer, der groß und weiter dachte. Die Apple Computer Company entstand in Jobs‘ Garage in Kalifornien, und von Rückschlägen auf seinem Weg ließ er sich nie aus der Ruhe bringen. Apple II – kein großer Erfolg. 1985 – bei Apple rausgeflogen. Dann kamen Pixar, die Rückkehr zu Apple, iPod, iPhone, iPad. Schon Anfang der 80er Jahre machte er sich für die Einführung von Computern in Schulen stark – es ging ihm immer um den Menschen, um den leichteren Zugang zur Welt, das bessere Leben, nicht ums Geld.

Your work is going to fill a large part of your life, and the only way to be truly satisfied is to do what you believe is great work. And the only way to do great work is to love what you do. If you haven’t found it yet, keep looking. Don’t settle. As with all matters of the heart, you’ll know when you find it.

— Steve Jobs in seiner Standford University commencement Speech 2005

Steve Jobs war Buddhist, Vegetarier/Pescetarier/Frutarier, letzteres brachte den Unternehmensnamen. Der Mann im schwarzen Rolli mit runder randloser Brille stand und steht noch immer für Buntes, wo andere grau bleiben, für den Blick nach vorn und über den Tellerrand, für Inspiration, Mut und Veränderung. Ob er jemals eine Marke sein wollte? Wissen nur diejenigen, die ihn persönlich kannten. Gewesen ist er’s, eine Self Brand, deren Geist und Genialität noch heute in jedem Apfelprodukt stecken und die so viele Menschen noch immer inspiriert.

Werde Self Branding Superhero

Außer klugen Worten von inspirierenden Menschen kriegste von mir Self Branding Supertools, die dir auf dem Weg zu „Ich als Marke“ unter die Arme greifen und in den Hintern treten. Haste Lust? Dann los. Starte deine Transformation zur*m Self Branding Superheld*in in 3  2  1 

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